16. Südindien
Hallo!!!
So das erst Mal, dass ich mich im neuen Jahr melde. Ich denke mal die meisten dürften gespannt auf die Bilder und den Bericht meiner Südindienreise sein aber zuersteinmal euch allein ein gesundes, erfolgreiches und glückliches neues Jahr.
Um das schon mal vorweg zu nehmen: die Reise war wirklich großartig aber leider wie das so häufig mit Urlaub ist zu kurz!
Am 18.12. ging es schon früh morgends los. Das Taxi holte uns um 04:00 Uhr morgens ab, was für uns ganze 3 Stunden schlaf bedeutete. Trotz Pollover, langer Hose und Schaal war es richtig kalt! Gegen 08:00 Uhr landeten wir nach 2 Stunden Flug in Bombay (Bombay heißt zwar heute offiziell Mumbai aber alle Inder die ich getroffen habe mögen den Namen Mumbai nicht). Eine angenehme Wärme kam uns schon beim Aussteigen des Fliegers entgegen. Da waren wir nun in der größten Stadt Indins mit über 16 Mil. Menschen. Irgendwie fühlte ich mich so ein bisschen an meinen ersten Tag in Indien erinnert. Erst mal aus dem Flughafen heraus und orientieren. Bombay ist eine Halbinsel, die sich von Norden nach Süden erstreckt. Der Flughafen liegt ganz im Norden der Stadt. Das Turistenviertel (Colaba) befindet sich aber ganz am Südzipfel der Stadt. Naturlich hätten wir ein Taxi nehmen können, aber wir entschlossen uns für den entwas umständlichen Weg mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Das kostete uns etwa so viel Zeit wie der Flug von New Delhi nach Bombay. Da der Tag ja noch früh war und Caitlin (unsere Amerikanische Freundin, die wir bereits in Udaipur besuchten) eh erst gegen 18:00 Uhr ankommen würde, machte das gar nichts. Wir suchten uns eine Unterkunft und liefen einfach der Nase lang durch Bombay. Unser Weg führte uns unter anderem in einen kleinen Slum (nicht zu vergleichen mit den großen Slums im Norden der Stadt) Dort saß ein Mann mit seiner Frau und pulte Garnelen. Wir unterhielten uns 1/3 Hindi, 1/3 Englisch, 1/3 mit Händen und Füßen, nach kurzer Zeit rief er seine ca. 16 oder 17 jährige Tochter und fragte ob nicht einer von uns interesse hätte, sie zu hairaten was wir jedoch leider ausschlagen mussten. Nach gefühlten 1000 km Laufen trafen wir am Gatway of India Caitlin wieder. Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Boot zu der Insel Elefanta, die auch ein Teil Bombays ist. Hier trafen wir Lucy aus England mit der wir uns die Insel ansahen und abends dann Bambays Nachtleben erkundeten. Was für uns etwas ernüchternd endete. Der Abend begann sehr nett in einer Hooker-Bar (Schischa) Wo sich noch Chiel aus Holland zu unserer kleinen Gruppe gesellte. Anschließend wollten wir in einen Culb leider waren die Eintrittspreise in der Regel weit über unserem Budget unter 1.500 Rupi (über 20 Euro) gab es fast nirgends Einlass. Bis wir den Club “Voodoo” fanden. Hier war der Eintritt frei. Nachdem wir drinnen waren wussten wir auch warum. Caitlin und Lucy waren wohl die einzigen wirklichen Frauen in dem Laden der Rest bestand aus Männern bzw. Transvestiten. Lange hielten wir uns hier nicht auf, die Hände auf und überall am Körper störten nicht nur unsere beiden Damen. Daher endete der Abend schon relativ früh. Am dritten und letzten Tag in Bombay stand Sightseeing auf dem Programm. Bis dahin hatten wir ja noch nicht viel gesehen. Um das ganze Stilecht zu gestallten entschieden wir uns für den Zug. (Wenn man bei uns Bilder von vollen Zügen in Indien sieht, wo die Leute auf den Dächern sitzen dann sind die in der Regel in Bombay gemacht). Maxi musste jedoch zuvor an einen Geldautomaten doofer Weise wollte der blöde Automat seine Karte nicht mehr hergeben. Später sollte sich herausstellen, dass es mit einer Kartenrückrufaktion in Deutschland vor einigen Monaten zusammen hing. Da ich meine Kreditkarte bei derselben Bank hatte, war für mich auch klar, erst mal kein Geld abzuheben. Für die nächsten 2 –3 Tage sollte das Bargeld von uns aber noch reichen. Nach jeder Menge Aufregung und jeder Menge Telefonate und e-mails setzten wir unsere Sightseeingtour fort. Wir sahen die Moschee, die größte Handwaschmaschine der Welt, und der Zug… Ja wir fuhren für 4 Rupi pro Person. Leider verfehlten wir unsere Haltestelle und fuhren eine zurück. Was wir nicht merkten: wir waren in der ersten Klasse (es war wirklich kein großer Unterschied festzustellen). Auf jeden Fall wurden unsere Tickets kontrolliert und wir mussten Strafe zahlen, die sich dann auf 200 Rupi pro Person oder Beugehaft belief. Wir zahlten zähneknirschnd die umgerechntet knapp 3 Euro. Der Kontrolleur ließ nicht mit sich reden. Auch wenn es für Touristen echt schwer ist sich da zurecht zu finden. Am selben Abend ging unser Nachtzug nach Goa bei dem dann auch mit den Tickets alles klappte.
Morgens kamen wir frisch und munter nach 12 Stunden Zugfahrt (die meiste Zeit schlafend) in Goa an. Und wieder neu orientieren. Unser Ziel stand fest Agondar nur wie hin kommen? Inder haben die blöde Angewohnheit immer Auskunft geben zu müssen auch wenn sie eigentlich keine Ahnung haben. Die Fehlerquote liegt daher recht hoch. Trotz alle dem fanden wir unseren Bus, der uns zunächst nach Palolem brachte. Und hier mussten wir zu erst einmal an den Strand (kaum zu glauben Mitten im Dezember ins Meer zu gehen) bevor es mit einer Auto Rikschar weiter nach Agondar ging. Am 21.12. waren wir gegen 14 Uhr in unserer Strandhütte direkt am Meer. Die Tage von Goa waren wirklich richtig schön: Strand, Palmen, Sonne, Meer, Fruchtsäfte bzw. Cocktails. Goa ist alles in allem als ein “Indien light” zu betrachten. Alles ist sehr westlich. Nicht nur, dass man mehr Weiße als Inder an den Stränden sieht, auch das essen und die Kultur zu Feiern ist alles andere als Indisch. In den großen Orten wie Palolem oder Anjuna kommt man sich vor wie auf dem Ballermann in Mallorca. Genau aus diesem Grund haben wir uns einen etwas ruhigeren Strand ausgesucht, der auch wirklich toll war. Mit Rollern haben wir die Umgebung erkundigt und dabei traumhafte Strände gefunden. Einer davon hat besonders herausgestochen “bule Lagune” sehr leer, nur einige Strandhütten auf der hinteren Seite des Strandes Süßwasser, nach vorne das Meer. Schöne Bars und ein Meer aus Palmen. Wirklich traumhaft schön! Weihnachten habn wir tagsüber am Strand und im Wasser verbracht, abends haben wir uns dann doch mal aufgerafft und sind nach Palolem gefahren. Dort hatten wir ein hervorragendes Essen und anschließend sind wir in einen Openair Club direckt am Meer gegangen. Morgends um 04:00 Uhr sind wir dann äußerst müde nach Hause gekommen. Alles in allem ein Weihnachten, das ich noch lange in Erinnerung behalten werde. Am 26.12. Hat sich Caitlin dann von uns in Richtung USA verabschiedet. Weil wir ja immer noch unsere Probleme mit den Kreditkarten hatten lieh Caitlin jedem von uns 10.000 Rupi das sind ca. 150 Euro, damit wollten wir den Rest unserer Reise sorgenfrei bestreiten. Sehr nett und zeugt von einem großen Vertrauen in uns!
Am 27.12 machten auch wir uns auf den Weg mit öffentlichen Bussen Richtung Hampi. Öffentliche Busse bedeutet, dass es da, wo normalerweise 4 Sitze in einer Reihe sind hier nun 5 Stitze in einer Reihe tummeln, was das Reisen für einen großen Kerl wie mich nicht gerade bequemer macht. Wie dem auch sei. Nach etwa der Hälfte der Fahrt, wurde der Buss relativ leer und ich konnte mich über 3 Sitze legen und schlafen. Zu dieser Zeit hatte ich meine kurzen Jeans-Shorts an, die an der Seite jeweils diese Jumbo Taschen haben. In einer solchen Tasche befand sich mein Geldbeutel und mein Handy, leider ausgerechnet auf der Seite auf der nicht die Lehne der Sitze war. Als ich also schlief ist es tatsächlich jemanden gelungen beide Knöpfe der Tasche zu öffnen mein Geldbeutel heraus zu nehmen alle Tausender zu entwenden (7.000 Rupi), das klein Geld (ungefähr 800 Rupi) wieder zu falten (was es vorher nicht war) und zurück in den Geldbeutel zu stecken und diesen wieder in meiner Hosentasche zu verstauen. Dabei ist das Handy aus der Tasche gefallen, wovon ich auf gewacht bin und erschreckt mein Handy gesucht habe, es aber erleichtert auf dem Boden fand. Damit war für mich die Sache gegessen, bis ich in Hampi die Unterkunft bezahlen wollte und erschreckt feststellen musste das ich kaum noch Bargeld hatte. Scheiß Situation kein Geld und keine Möglichkeit an welches zu kommen ist eine schlechte Kombination. Zu dieser Zeit war ich aber noch mit Maxi unterwegs der hatte noch etwas Bargeld damit konnte ich mich noch etwas über Wasser halten. Hampi selbst war sehr schön. Es gibt da echt viel zu sehen. Im 16ten Jahrhundert hatte diese Stadt mal 100.000 Einwohner und in Europa wurde zu dieser Zeit von einer großen Stadt gesprochen wenn sie 10.000 Einwohner hatte. Aber nicht nur die Überbleibsel menschlicher Zivilisation sind beeindruckend auch die Landschaft ist einzigartig. Diese Gegend hätte den Begriff Rocky Mountains wesentlich mehr verdient. Denn dort gibt es nur Berge die aus riesigen Felsen bestehen. Lustiger weise sind diese Felsen auch noch relativ rund. Für mich ist das irgendwie ein Phänomen. Von der einstigen Stadtgröße ist nicht mehr viel übrig geblieben. Heute besteht der Kern der Stadt eigentlich nur noch aus Touristenunterkünften und Shops. Außer historischer hat Hampi keinerlei Bedeutung mehr. Es fließt ein Fluss durch die Stadt, der jedoch nur per Boot überquert werden kann. In einem kleinen Außenborder-Boot setzt man über (auch mit Motorrad oder Fahrrad). Dieser Fluss versperrte uns auf nuserer kleinen Radtour leider den Weg. Auf der Karte war an dieser Stelle, an der wir über den Fluss wollten, zwar eine Brücke eingezeichnet, diese lag jedoch mittlerweile im Fluss. Vor einem halben Jahr sei sie zusammen mit einem Buss eingestürzt, dabei seien 35 Menschen ums Leben gekommen, wurde uns berichtet. Die nächste Brücke ist 20km entfernt. Zu unserem Glück gab es aber “Boote” (große Körbe die mit Folie abgedichtet wurden) mit denen wir mit unseren Fahrrädern übersetzen konnten. Die Überfahrt war schon lustig, natürlich wurde gepaddelt.Ansonsten gibt es über Hampi nicht viel zu berichten außer das Maxis und meine Wege sich hier trennten. Er musste bereits am 01.01. zurück nach Delhi um sofort weiter nach Nepal zu fliegen (Probleme mit dem Visum) da ich aber noch bis zum 03.01 Zeit hatte macht ich mich auf den weg nach Gokarna (juhu wieder ans Meer!)
Leider waren die Reisebusse schon alle ausgebucht. Daher musste ich mal wieder mit den öffentlichen Bussen fahren. 1.000 Rupi hatte mir Maxi noch mitgegeben. Diesmal wurde ich zum Glück nicht beklaut. Aber die Fahrt hätte mit einem Reisebus 7 stunden gedauert so hab ich über 12 Stunden gebraucht. Von Hampi nach Hospet, umsteigen nach Hubli umsteigen nach Kuptar umsteigen nach Agondar. Bin also den ganzen Tag gefahren am 30.12. abends kamm ich dann ziemlich müde in Agondar an. Dort habe ich Chiel wieder getroffen, unseren holländschen Freund aus Bombay. Er war es auch der mir dann noch einmal aus meiner finanziellen Misere geholfen hat. Agondar war sehr schön!!! Mir gefiehl es dort fast noch besser als in Goa. Einfach von der Atmosphäre. Während Goa eher etwas für Pauschaltouristen ist, trifft man in Agondar mehr Backpacker und alternative Menschen. Wir waren viel am Stand. Ich habe viel telefoniert wegen meiner Kreditkarte. Sehr entspannend und schön. Chiel war mit einem Österreicher unterwegs. Zu dritt haben wir uns dann ein Zimmer geteilt.Silvester werde ich , glaube ich, genau so wie Weihnachten, nicht so schnell vergessen. Wir haben erst wieder schön gegessen anschließend saßen wir mit tausenden anderen am Strand, haben uns unterhalten, Karten gespielt, usw. Es gab Leute, die Trommeln und Didgeridoo gespielt haben andere haben eine Feuershow gezeigt. Kurz vor Mitternacht wurde eine ca. 3 Meter große, aus Holz gebaute Statue verbrannt. Es gab Feuerwerk. Alles in allem sehr sehr schön. Und das alles in kurzer Hose und T-shirt. Um 1 Uhr hat dann die Polizei versucht mit ca. 20 Polizisten die ca. 6.000 bis 8.000 Menschen zu vertreiben aber nur mit mäßigen Erfolg. Wir haben dann noch mal einen kleinen Mitternachtssnack zu uns genommen. Ja, das war so ganz grob mein Silvester.
Am 02.01. habe ich einen sehr sehr kompfortablen Sleeperbus nach Bangalore bekommen um 20:15 ging es los um 7:00 Uhr war ich dann in Bangalore. Um 20:45 Uhr sollte mein Flieger nach Delhi gehen. Also jede Menge Zeit aber erst mal wieder die üblichen anfänglichen Orientierungsprobleme. Ich habe mich dann zum Bahnhof aufgemacht, wo ich mein Gepäck verstaute und dann habe ich mich auf gemacht, Bangalore zu Fuß zu erkunden. Geld hatte ich leider wieder mal nicht mehr so viel und das, was ich hatte brauchte ich für die Busfahrt zum Flughafen nach Bangalore und vom Flughafen in Delhi nach Hause. Außerdem wollte ich auch noch was essen -also keine Auto Rikscha… ich bin an diesem Tag geschätzte 30 km gelaufen, habe aber auch das meiste Sehenswerte in Bangalore abgeklappert. Der Flug ging dann leider mit 2 Stunden Verspätung los, wegen schlechtem Wetter, nicht in Bangalore aber in Nordindien. Es hat hier in Delhi zur Zeit um die 8 Grad und fast 24 Stunden am Tag dichter Nebel. Der Nebel war auch für die Verspätung verantwortlich. Abgesehen von dem Kälteschock den ich hier in Delhi bekommen habe, gehts mir hervorragend und meine Kreditkarte geht auch wieder
So das war jetzt ziemlich viel, ich hoffe nicht zu viel!!! Eigentlich müsste ich ja jetzt noch was über meinen Besuch schreiben. Christoph und Moni hat nämlich ihre kurze Indien Reise am 04.01 zurück nach Delhi geführt wo sie jetzt in meinem bescheidenen Reich mit unterkommen (Maxi ist noch bis zum 10.01. in Nepal) Ich habe den Beiden so einiges von Delhi gezeigt und es war echt schön mal wieder ein paar bekannte Gesichter zu sehen. Leider fliegen sie am 08.01 schon wieder zurück nach Deutschland. Ich glaube, ihnen hat es aber auch gefallen. Ich freue mich jetzt um so mehr auf Christin, die mich ja auch schon bald besuchen kommt.
Ein ausführlicheren Bericht über den Besuch wird folgen.
So das soll es jeztz aber wirklich mal gewesen sein!!!
Euch allen ein frohes neues Jahr!!!!!!
Immanuel
So das erst Mal, dass ich mich im neuen Jahr melde. Ich denke mal die meisten dürften gespannt auf die Bilder und den Bericht meiner Südindienreise sein aber zuersteinmal euch allein ein gesundes, erfolgreiches und glückliches neues Jahr.
Um das schon mal vorweg zu nehmen: die Reise war wirklich großartig aber leider wie das so häufig mit Urlaub ist zu kurz!
Am 18.12. ging es schon früh morgends los. Das Taxi holte uns um 04:00 Uhr morgens ab, was für uns ganze 3 Stunden schlaf bedeutete. Trotz Pollover, langer Hose und Schaal war es richtig kalt! Gegen 08:00 Uhr landeten wir nach 2 Stunden Flug in Bombay (Bombay heißt zwar heute offiziell Mumbai aber alle Inder die ich getroffen habe mögen den Namen Mumbai nicht). Eine angenehme Wärme kam uns schon beim Aussteigen des Fliegers entgegen. Da waren wir nun in der größten Stadt Indins mit über 16 Mil. Menschen. Irgendwie fühlte ich mich so ein bisschen an meinen ersten Tag in Indien erinnert. Erst mal aus dem Flughafen heraus und orientieren. Bombay ist eine Halbinsel, die sich von Norden nach Süden erstreckt. Der Flughafen liegt ganz im Norden der Stadt. Das Turistenviertel (Colaba) befindet sich aber ganz am Südzipfel der Stadt. Naturlich hätten wir ein Taxi nehmen können, aber wir entschlossen uns für den entwas umständlichen Weg mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Das kostete uns etwa so viel Zeit wie der Flug von New Delhi nach Bombay. Da der Tag ja noch früh war und Caitlin (unsere Amerikanische Freundin, die wir bereits in Udaipur besuchten) eh erst gegen 18:00 Uhr ankommen würde, machte das gar nichts. Wir suchten uns eine Unterkunft und liefen einfach der Nase lang durch Bombay. Unser Weg führte uns unter anderem in einen kleinen Slum (nicht zu vergleichen mit den großen Slums im Norden der Stadt) Dort saß ein Mann mit seiner Frau und pulte Garnelen. Wir unterhielten uns 1/3 Hindi, 1/3 Englisch, 1/3 mit Händen und Füßen, nach kurzer Zeit rief er seine ca. 16 oder 17 jährige Tochter und fragte ob nicht einer von uns interesse hätte, sie zu hairaten was wir jedoch leider ausschlagen mussten. Nach gefühlten 1000 km Laufen trafen wir am Gatway of India Caitlin wieder. Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Boot zu der Insel Elefanta, die auch ein Teil Bombays ist. Hier trafen wir Lucy aus England mit der wir uns die Insel ansahen und abends dann Bambays Nachtleben erkundeten. Was für uns etwas ernüchternd endete. Der Abend begann sehr nett in einer Hooker-Bar (Schischa) Wo sich noch Chiel aus Holland zu unserer kleinen Gruppe gesellte. Anschließend wollten wir in einen Culb leider waren die Eintrittspreise in der Regel weit über unserem Budget unter 1.500 Rupi (über 20 Euro) gab es fast nirgends Einlass. Bis wir den Club “Voodoo” fanden. Hier war der Eintritt frei. Nachdem wir drinnen waren wussten wir auch warum. Caitlin und Lucy waren wohl die einzigen wirklichen Frauen in dem Laden der Rest bestand aus Männern bzw. Transvestiten. Lange hielten wir uns hier nicht auf, die Hände auf und überall am Körper störten nicht nur unsere beiden Damen. Daher endete der Abend schon relativ früh. Am dritten und letzten Tag in Bombay stand Sightseeing auf dem Programm. Bis dahin hatten wir ja noch nicht viel gesehen. Um das ganze Stilecht zu gestallten entschieden wir uns für den Zug. (Wenn man bei uns Bilder von vollen Zügen in Indien sieht, wo die Leute auf den Dächern sitzen dann sind die in der Regel in Bombay gemacht). Maxi musste jedoch zuvor an einen Geldautomaten doofer Weise wollte der blöde Automat seine Karte nicht mehr hergeben. Später sollte sich herausstellen, dass es mit einer Kartenrückrufaktion in Deutschland vor einigen Monaten zusammen hing. Da ich meine Kreditkarte bei derselben Bank hatte, war für mich auch klar, erst mal kein Geld abzuheben. Für die nächsten 2 –3 Tage sollte das Bargeld von uns aber noch reichen. Nach jeder Menge Aufregung und jeder Menge Telefonate und e-mails setzten wir unsere Sightseeingtour fort. Wir sahen die Moschee, die größte Handwaschmaschine der Welt, und der Zug… Ja wir fuhren für 4 Rupi pro Person. Leider verfehlten wir unsere Haltestelle und fuhren eine zurück. Was wir nicht merkten: wir waren in der ersten Klasse (es war wirklich kein großer Unterschied festzustellen). Auf jeden Fall wurden unsere Tickets kontrolliert und wir mussten Strafe zahlen, die sich dann auf 200 Rupi pro Person oder Beugehaft belief. Wir zahlten zähneknirschnd die umgerechntet knapp 3 Euro. Der Kontrolleur ließ nicht mit sich reden. Auch wenn es für Touristen echt schwer ist sich da zurecht zu finden. Am selben Abend ging unser Nachtzug nach Goa bei dem dann auch mit den Tickets alles klappte.
Morgens kamen wir frisch und munter nach 12 Stunden Zugfahrt (die meiste Zeit schlafend) in Goa an. Und wieder neu orientieren. Unser Ziel stand fest Agondar nur wie hin kommen? Inder haben die blöde Angewohnheit immer Auskunft geben zu müssen auch wenn sie eigentlich keine Ahnung haben. Die Fehlerquote liegt daher recht hoch. Trotz alle dem fanden wir unseren Bus, der uns zunächst nach Palolem brachte. Und hier mussten wir zu erst einmal an den Strand (kaum zu glauben Mitten im Dezember ins Meer zu gehen) bevor es mit einer Auto Rikschar weiter nach Agondar ging. Am 21.12. waren wir gegen 14 Uhr in unserer Strandhütte direkt am Meer. Die Tage von Goa waren wirklich richtig schön: Strand, Palmen, Sonne, Meer, Fruchtsäfte bzw. Cocktails. Goa ist alles in allem als ein “Indien light” zu betrachten. Alles ist sehr westlich. Nicht nur, dass man mehr Weiße als Inder an den Stränden sieht, auch das essen und die Kultur zu Feiern ist alles andere als Indisch. In den großen Orten wie Palolem oder Anjuna kommt man sich vor wie auf dem Ballermann in Mallorca. Genau aus diesem Grund haben wir uns einen etwas ruhigeren Strand ausgesucht, der auch wirklich toll war. Mit Rollern haben wir die Umgebung erkundigt und dabei traumhafte Strände gefunden. Einer davon hat besonders herausgestochen “bule Lagune” sehr leer, nur einige Strandhütten auf der hinteren Seite des Strandes Süßwasser, nach vorne das Meer. Schöne Bars und ein Meer aus Palmen. Wirklich traumhaft schön! Weihnachten habn wir tagsüber am Strand und im Wasser verbracht, abends haben wir uns dann doch mal aufgerafft und sind nach Palolem gefahren. Dort hatten wir ein hervorragendes Essen und anschließend sind wir in einen Openair Club direckt am Meer gegangen. Morgends um 04:00 Uhr sind wir dann äußerst müde nach Hause gekommen. Alles in allem ein Weihnachten, das ich noch lange in Erinnerung behalten werde. Am 26.12. Hat sich Caitlin dann von uns in Richtung USA verabschiedet. Weil wir ja immer noch unsere Probleme mit den Kreditkarten hatten lieh Caitlin jedem von uns 10.000 Rupi das sind ca. 150 Euro, damit wollten wir den Rest unserer Reise sorgenfrei bestreiten. Sehr nett und zeugt von einem großen Vertrauen in uns!
Am 27.12 machten auch wir uns auf den Weg mit öffentlichen Bussen Richtung Hampi. Öffentliche Busse bedeutet, dass es da, wo normalerweise 4 Sitze in einer Reihe sind hier nun 5 Stitze in einer Reihe tummeln, was das Reisen für einen großen Kerl wie mich nicht gerade bequemer macht. Wie dem auch sei. Nach etwa der Hälfte der Fahrt, wurde der Buss relativ leer und ich konnte mich über 3 Sitze legen und schlafen. Zu dieser Zeit hatte ich meine kurzen Jeans-Shorts an, die an der Seite jeweils diese Jumbo Taschen haben. In einer solchen Tasche befand sich mein Geldbeutel und mein Handy, leider ausgerechnet auf der Seite auf der nicht die Lehne der Sitze war. Als ich also schlief ist es tatsächlich jemanden gelungen beide Knöpfe der Tasche zu öffnen mein Geldbeutel heraus zu nehmen alle Tausender zu entwenden (7.000 Rupi), das klein Geld (ungefähr 800 Rupi) wieder zu falten (was es vorher nicht war) und zurück in den Geldbeutel zu stecken und diesen wieder in meiner Hosentasche zu verstauen. Dabei ist das Handy aus der Tasche gefallen, wovon ich auf gewacht bin und erschreckt mein Handy gesucht habe, es aber erleichtert auf dem Boden fand. Damit war für mich die Sache gegessen, bis ich in Hampi die Unterkunft bezahlen wollte und erschreckt feststellen musste das ich kaum noch Bargeld hatte. Scheiß Situation kein Geld und keine Möglichkeit an welches zu kommen ist eine schlechte Kombination. Zu dieser Zeit war ich aber noch mit Maxi unterwegs der hatte noch etwas Bargeld damit konnte ich mich noch etwas über Wasser halten. Hampi selbst war sehr schön. Es gibt da echt viel zu sehen. Im 16ten Jahrhundert hatte diese Stadt mal 100.000 Einwohner und in Europa wurde zu dieser Zeit von einer großen Stadt gesprochen wenn sie 10.000 Einwohner hatte. Aber nicht nur die Überbleibsel menschlicher Zivilisation sind beeindruckend auch die Landschaft ist einzigartig. Diese Gegend hätte den Begriff Rocky Mountains wesentlich mehr verdient. Denn dort gibt es nur Berge die aus riesigen Felsen bestehen. Lustiger weise sind diese Felsen auch noch relativ rund. Für mich ist das irgendwie ein Phänomen. Von der einstigen Stadtgröße ist nicht mehr viel übrig geblieben. Heute besteht der Kern der Stadt eigentlich nur noch aus Touristenunterkünften und Shops. Außer historischer hat Hampi keinerlei Bedeutung mehr. Es fließt ein Fluss durch die Stadt, der jedoch nur per Boot überquert werden kann. In einem kleinen Außenborder-Boot setzt man über (auch mit Motorrad oder Fahrrad). Dieser Fluss versperrte uns auf nuserer kleinen Radtour leider den Weg. Auf der Karte war an dieser Stelle, an der wir über den Fluss wollten, zwar eine Brücke eingezeichnet, diese lag jedoch mittlerweile im Fluss. Vor einem halben Jahr sei sie zusammen mit einem Buss eingestürzt, dabei seien 35 Menschen ums Leben gekommen, wurde uns berichtet. Die nächste Brücke ist 20km entfernt. Zu unserem Glück gab es aber “Boote” (große Körbe die mit Folie abgedichtet wurden) mit denen wir mit unseren Fahrrädern übersetzen konnten. Die Überfahrt war schon lustig, natürlich wurde gepaddelt.Ansonsten gibt es über Hampi nicht viel zu berichten außer das Maxis und meine Wege sich hier trennten. Er musste bereits am 01.01. zurück nach Delhi um sofort weiter nach Nepal zu fliegen (Probleme mit dem Visum) da ich aber noch bis zum 03.01 Zeit hatte macht ich mich auf den weg nach Gokarna (juhu wieder ans Meer!)
Leider waren die Reisebusse schon alle ausgebucht. Daher musste ich mal wieder mit den öffentlichen Bussen fahren. 1.000 Rupi hatte mir Maxi noch mitgegeben. Diesmal wurde ich zum Glück nicht beklaut. Aber die Fahrt hätte mit einem Reisebus 7 stunden gedauert so hab ich über 12 Stunden gebraucht. Von Hampi nach Hospet, umsteigen nach Hubli umsteigen nach Kuptar umsteigen nach Agondar. Bin also den ganzen Tag gefahren am 30.12. abends kamm ich dann ziemlich müde in Agondar an. Dort habe ich Chiel wieder getroffen, unseren holländschen Freund aus Bombay. Er war es auch der mir dann noch einmal aus meiner finanziellen Misere geholfen hat. Agondar war sehr schön!!! Mir gefiehl es dort fast noch besser als in Goa. Einfach von der Atmosphäre. Während Goa eher etwas für Pauschaltouristen ist, trifft man in Agondar mehr Backpacker und alternative Menschen. Wir waren viel am Stand. Ich habe viel telefoniert wegen meiner Kreditkarte. Sehr entspannend und schön. Chiel war mit einem Österreicher unterwegs. Zu dritt haben wir uns dann ein Zimmer geteilt.Silvester werde ich , glaube ich, genau so wie Weihnachten, nicht so schnell vergessen. Wir haben erst wieder schön gegessen anschließend saßen wir mit tausenden anderen am Strand, haben uns unterhalten, Karten gespielt, usw. Es gab Leute, die Trommeln und Didgeridoo gespielt haben andere haben eine Feuershow gezeigt. Kurz vor Mitternacht wurde eine ca. 3 Meter große, aus Holz gebaute Statue verbrannt. Es gab Feuerwerk. Alles in allem sehr sehr schön. Und das alles in kurzer Hose und T-shirt. Um 1 Uhr hat dann die Polizei versucht mit ca. 20 Polizisten die ca. 6.000 bis 8.000 Menschen zu vertreiben aber nur mit mäßigen Erfolg. Wir haben dann noch mal einen kleinen Mitternachtssnack zu uns genommen. Ja, das war so ganz grob mein Silvester.
Am 02.01. habe ich einen sehr sehr kompfortablen Sleeperbus nach Bangalore bekommen um 20:15 ging es los um 7:00 Uhr war ich dann in Bangalore. Um 20:45 Uhr sollte mein Flieger nach Delhi gehen. Also jede Menge Zeit aber erst mal wieder die üblichen anfänglichen Orientierungsprobleme. Ich habe mich dann zum Bahnhof aufgemacht, wo ich mein Gepäck verstaute und dann habe ich mich auf gemacht, Bangalore zu Fuß zu erkunden. Geld hatte ich leider wieder mal nicht mehr so viel und das, was ich hatte brauchte ich für die Busfahrt zum Flughafen nach Bangalore und vom Flughafen in Delhi nach Hause. Außerdem wollte ich auch noch was essen -also keine Auto Rikscha… ich bin an diesem Tag geschätzte 30 km gelaufen, habe aber auch das meiste Sehenswerte in Bangalore abgeklappert. Der Flug ging dann leider mit 2 Stunden Verspätung los, wegen schlechtem Wetter, nicht in Bangalore aber in Nordindien. Es hat hier in Delhi zur Zeit um die 8 Grad und fast 24 Stunden am Tag dichter Nebel. Der Nebel war auch für die Verspätung verantwortlich. Abgesehen von dem Kälteschock den ich hier in Delhi bekommen habe, gehts mir hervorragend und meine Kreditkarte geht auch wieder
So das war jetzt ziemlich viel, ich hoffe nicht zu viel!!! Eigentlich müsste ich ja jetzt noch was über meinen Besuch schreiben. Christoph und Moni hat nämlich ihre kurze Indien Reise am 04.01 zurück nach Delhi geführt wo sie jetzt in meinem bescheidenen Reich mit unterkommen (Maxi ist noch bis zum 10.01. in Nepal) Ich habe den Beiden so einiges von Delhi gezeigt und es war echt schön mal wieder ein paar bekannte Gesichter zu sehen. Leider fliegen sie am 08.01 schon wieder zurück nach Deutschland. Ich glaube, ihnen hat es aber auch gefallen. Ich freue mich jetzt um so mehr auf Christin, die mich ja auch schon bald besuchen kommt.
Ein ausführlicheren Bericht über den Besuch wird folgen.
So das soll es jeztz aber wirklich mal gewesen sein!!!
Euch allen ein frohes neues Jahr!!!!!!
Immanuel
Immanuel_G - 9. Jan, 16:45
