Sonntag, 28. März 2010

18. Holi

Seit meinem letzten Bericht vom 21.02. ist ja schon wieder ne ganze Weile vergangen. Die Zeit vergeht einfach viel zu schnell!!!
Am 28.02 war Holi. Neben Daiwalli, ist das das groesste hinudistische Fest. Es wird auch als das Fest der Farben bezeichnet. Gefeiert wird der Fruehlingsanfang. Maxi und ich beschlossen zusammen mit der Kanadierin, die bei uns im Projekt arbeitet, einer Daenin und einem anderen Deutschen an Holi nach Mathura zu fahren. Ein Dorf, das zwischen Agra und Delhi liegt und in dem der Gott Krinschna gebohren wurde. Diese Gegend ist sozusagen das Epizentrum von Holi. Hier wird also am ausgelassensten gefeiert.
Maxi, Gino (der andere Deutsche) und ich haben uns extra weisse Klamotten besorgt, damit die Farben besser zur Geltung kommen. Es geht naemlich darum, seine Mitmenschen moeglichst bunt zu "machen". Dafuer gibt es Farbpulver, dass man werfen kann und Farben, die in Wasser geloest werden. Bereits auf der Busfahrt nach Mathura bekamen wir die ersten "Farbtupfer". Dort angekommen suchten wir uns ein Hotel und dann ging es los. Zunaechst kauften wir uns kiloweise Farben und danacht war niemand mehr vor uns sicher. Aber auch wir haben einiges abbekommen. Inder stehen ja sowieso auf Weisse und wenn sie diese mit Farben bewerfen duerfen dann noch mehr. Es war auf jeden Fall ein riessiger Spass. Am selben Tag fuhren wir noch mit einem TucTuc nach Vrindavan ebenfalls ein Dorf, das nur 15 km entfernt liegt. Dort besuchten wir den ISKCON - Tempel. Einer der verruecktesten Orte die ich jeh gesehen habe. Lauter Westler, mit weissen Kurtas und langen Haaren. Die Tanzen den ganzen Tag und singen dabei: Hare Krischna, Hare Krischna, Krischna Krischna, Hare Hare. Echt total abgedreht aber sehr lustig. Wir sind da natuerlich total mit gegangen. Auf dem Rueckweg ins Hotel trafen wir dann eine Familie, die meinte wir sollten unbedingt noch ein bisschen mit ihnen Spazieren gehen, das waere nicht weit weg und sehr schoen. Zu dieser Zeit war es bereits 8 Uhr abends. Die beiden Maedels und ich waren von der ganzen Sache nicht so ueberzeugt aber Maxi und Gino ueberredeten uns doch noch mit zu kommen. Es hiess es wuerde max. 2 Stunden dauern. Was uns die Familie verheimlichte war, dass das ganze ein Pilgerweg von 21 km laenge ist, den man komplett barfuss laufen muss. Jedesmal wenn wir gefragt haben wie lange noch hiess es nur noch ein bisschen. Als es dann so gegen Mitternacht war, wurde es Gino und mir zu bloed und wir haben einen Jeap angehalten, der gerade vorbei fuhr. Ausgelegt war der fuer 7 Personen wir waren dann 12 hat aber irgndwie gepasst. Auf jeden Fall waren wir froh, als wir dann so gegen 2 Uhr morgends endlich im Hotel waren und schlafen konnten. Der naechste Tag war dann das eigentliche Holi Fest und so etwas kann man nicht in Worte oder Bilder fassen, eigentlich muss man es erlebt haben. Jeder wirft mit Farben um sich, die meisten sind bedrunken oder bekifft und Maenner werden zu kleinen Kindern. Leute die sich keine Farben leisten koennen nehmen dann den Dreck von der strasse und schmeissen den. Wir haben sogar Kuhscheisse abbekommen. Es ist mehr mit Krieg zu vergleichen als mit irgend was anderem. Als wir mit dem TucTuc fuhren hiess es immer wieder nur: Achtung Augen zu!!!!!! Und dann kamen von links und rechts Eimer voll Farbe in unsere Rickshar geflogen. Danach wurde es nicht mehr so toll. Als Frau muss man in Indien sowieso wesentlich mehr aufpassen als in Deutschland und unsere beiden Maedels haben das nicht wirklich beruecksichtigt, so hatten sie kurze Hosen und Tops mit fuer indische Verhaeltnisse weiten Ausschnitten an, dementsprechend wurden sie bedraengt und bekrabscht. Die Daenin hat jedenfalls Farbe ins Auge bekommen und durch den wenigen Schlaf und die stressige Situation ist sie voellig ausgerastet. Sie hat 5 Stunden lang nur geschriehen. Wir waren in 2 Krankenhaeusern und sie wollte sich einfach nicht beruhigen. Gut, zugegeben, die Krankenhaeuser haben auch nicht unbedingt zur Beruhigung beigetragen. Wenn ein Arzt von oben bis unten voll mit Farbe auf dich zu kommt, spricht das nicht unbedingt fuer die hohen Hygenestandarts. Wie dem auch sei alles in allem war es ein ganz nettes Wochenende! Und in Delhi hat sich die Daenin dann auch wieder beruhigt. Sie hat uebrigends nicht ihr Augenlicht verlohren und auch sonst keine Schaeden davon getragen. Sie hat einfach ueberreagiert

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