05. August

Sonntag, 30. August 2009

7. Rishikesh

Hallo zusammen.
So, ich bin von meinem Wochendtrip nach Rishikesh zurück und der Alltag holt mich wieder ein. Es war einfach wunderschön dort.
Zuerst aber mal etwas zu Rishikesh. Sie ist eine heilige Stadt für Hindus. Sie liegt am Fuße des Himalaja direkt am Ganges. Sie ist für indische Verhältnisse relativ klein, dafür gibt es umso mehr Touristen vor allem solche, die Spiritualität suchen (ja auch alt Hippies). Die Beatles hat es vor langer Zeit ebenfalls mal nach Rishikesh in einen Aschram gezogen. Dort haben sie 48 Songs in nur 2 Monaten geschrieben. Die Stadt ist einfach wunderschön im Gangestal gelegen, eingeschlossen von den dschunglehaften Wäldern des Himalaja. Auf mich hat es sehr sehr friedlich gewirkt. Ich würde auch jederzeit wieder dorthin fahren.

Rishikesh ist ca. 350 km von Delhi entfernt. Wir sind mit dem Bus hingefahren, was eine Fahrzeit von ca. 7 Stunden und eine schöne Schüttelpartie bedeutete. Gestartet sind wir am Cashmirie Gate in Delhi. Dorthin haben wir mit Bus und Metro etwas über eine Stunde von zu Hause aus gebraucht. Auf den Weg haben wir uns um 19 Uhr gemacht. Nach einigem Fragen haben wir auch herausgefunden wo wir die Karten für die Busse kaufen können, 250 Rupi pro Person (ca. 3,50 €). Später sollte sich herausstellen das das ziemlich überteuert war. Zurück sind wir nämlich für 117 Rupi pro Person gefahren also nicht ganz 2 €. Der Bus war auch nicht schlechter; gut er hat halt ein paar Mal öfter gehalten aber das hat uns auch nicht weiter gestört. In Haridwar sind wir dann gegen 6:00 Uhr morgens angekommen, wo wir uns erst einmal zurecht finden mussten. Nach einiger Zeit haben wir ein Taxi gefunden, das uns zu einem annehmbaren Preis die letzten Kilometer nach Rishikesh gefahren hat. Dort angekommen (kurz vor 8:00 Uhr morgens) sind wir erst mal etwas durch die Stadt geschlendert, wo wir auf einen Briten getroffen sind, der uns ein Hotel empfohlen hat, das auch echt super war. Es war nicht luxuriös aber für unsere Zwecke ausreichend und hat pro Peron gerade mal 100 Rupi gekostet. Nachdem wir unser Gepäck aufs Zimmer gebracht hatten wollten wir die Stadt etwas genauer anschauen. Raus gekommen ist schließlich eine 4 stündige Wanderung durch die Berge. Wir sind durch Zufall auf einen Pilgerweg gestoßen, dem wir zunächst nur ein Stück folgen wollten. Wir dachten, so schlimm kann es nicht sein, da uns ständig Wandergruppen auch mit kleinen Kindern begegnet sind. Letztendlich war es aber doch ganz schön anstrengend, zumal es fast nur bergauf ging. Belohnt wurden wir mit einer wunderschönen Landschaft und einer grandiosen Aussicht. Außerdem kamen wir in den Genuss einer Segnung von einem Guru und in die Gesellschaft von zwei Indern mit denen wir uns auf Hindi, Englisch und mit Händen und Füßen verständigen konnten. Nach Rischikesh zurück haben wir dann einen Jeep genommen und wir sind schließlich totmüde gegen 16 Uhr im Hotel angekommen. Ich musst dann erst einmal etwas Schlaf nachholfen, da ich im Bus kaum schlafen konnte. Aufgestanden bin ich um 19 Uhr. Wir haben uns dann noch etwas zu essen gesucht und waren dann noch ziemlich lange in einer wunderschönen gemütlichen Bar. Etwas Vergleichbares haben wir in Delhi leider noch nicht gefunden. Ins Bett sind wir dann gegen 01:00 Uhr gekommen und am nächsten morgen ging es um 9:00 Uhr frisch und munter weiter. Uns wurde von einem Aschram erzählt, in dem die Beatles waren. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Wir haben ihn auch gefunden, leider „No Entry“ Mit 60 Rupi konnten wir den Wärter aber vom Gegenteil überzeugen. Was wir vorfanden war fast wie bei Dornröschen. Große dichte Hecken überwuchern die alten Gebäude. So kommt einem fast so vor als schlafe dieser Ort. Trotzdem war er wunder schön!!! Nach einem Brunch gegen 14:00 Uhr machten wir und auf den Heimweg, erst zurück nach Haridwar und dann mit dem Bus nach Delhi. Daheim waren wir schließlich wieder gegen 01:00 Uhr.
Ich kann euch nur empfehlen die Bilder von mir und Maxi anzuschauen. Da sind wirklich einige schöne dabei.

Also dann bis zum nächsten mal
Immi

Montag, 17. August 2009

6. Meine Arbeit

So ich melde mich mal wieder um eine der meist gestellten Fragen an mich zu beantworten. Die Frage: Was arbeitest du da eigentlich genau?
Also ich arbeite bei Akshay Pratishthan das ist eine Non-Profit- und Non-Governmental Organization (NGO). Akshay finanziert sich zu 100% aus Spenden.
Den Hauptteil dieser Organisation bildet eine Schule für Kinder mit und ohne Behinderungen bzw. Geld. Insgesamt gibt es wohl so um die 250 Schüler. Die Behinderungen sind zum überwiegenden Teil körperlicher Natur. Bei den aller meisten sind einige Sehnen verkürzt bzw. verhärtet, so dass sie sich nicht mehr richtig bewegen können. Bei uns sieht man diese art der Behinderung kaum, da sie schon direkt nach der Geburt operiert werden. Die Operation würde hier auch nur die lachhafte Summe von 8.000 Rupi kosten (das sind umgerechnet ca. 150 €) Aber die Eltern dieser Kinder können sich das einfach nicht leisten. Ich vermute die meisten von denen haben nicht mal 1 US$ am Tag. D.h. sie fallen auch nach UN-Definition unter die Kategorie Arm. Es gibt aber auch Kinder mit geistigen Behinderungen und auch taubstumme. Der Unterricht bildet wie gesagt ein Department von Akshay. Ein weiteres Department gibt es für Social Work was im Grunde ähnlich funktioniert wie auch in Deutschland. Leider kann ich da nur wenig helfen da ich ja so gut wie kein Hindi kann und es vor allem um Hausbesuche geht und die Eltern können in der Regel kein Englisch. Dann gibt es den Bereich Healing Touch der eine Physiotherapie, eine Occupational Therapy und eine medizinische Grundversorgung einschließt. Diese Dienste stehen nicht nur den Kinder zur Verfügung sondern auch jedem anderen von außerhalb und das alles kostenlos. Eine tolle Sache wie ich finde. Des Weiteren gehört noch eine art Berufsausbildung dazu, die ich selbst bisher immer noch nicht ganz verstanden habe. Die Ausbildung erstreckt sich zum größten Teil auf Beauty Culture also Haare schneiden, Henna malen, Kosmetik usw… Außerdem ist in Akshay ein Standbein der IGNOE (Indira Gandhi National Open University) auch von der habe ich bisher noch nicht so viel mit bekommen. Ja und dann gibt es noch für die Schüler verschiedene praktische Fächer von der Schreinerei, Bäckerei, Hausarbeit, Computer, bis hin zu Kosmetik.

Die Aufgaben von mir und Maxi sind momentan vor allem Prower Point Präsentationen für Fundraising zu gestallten und die Bilder der vergangenen Jahre zu ordnen und zu selektieren (schätzungsweise 10.000 Bilder oder mehr) Außerdem drehe ich kleine Videos und Maxi bringt im Specal Wing (eine Klasse für geistig behinderte Kinder) den kleinen das Englische Alphabet bei. Ansonsten machen wir das was halt gerade ansteht. Mit den Kindern selbst können wir relativ wenig machen, da wir nur über begrenzte Hindi-Kenntnisse verfügen. Wir sind relativ frei in dem was wir machen können. Insgesamt ist die Arbeitsatmosphäre hier sehr angenehm. Es wird alles getan, dass wir uns hier wohl fühlen und mir wird hier auch das Gefühl vermittelt extrem wichtig zu sein und gebraucht zu werden. Wir werden manchmal besser behandelt als fest Angestellte.

Wer noch mehr zu Akshay wissen will hier der Link zur Homepage:
http://akshaypratishthan.org/index.htm

So viel erst mal zu meiner Arbeit. Ich kann nur sagen das es mir Spaß macht und die Zeit hier wie im Flug vergeht.

Bis dem nächst wieder
Viele Grüße

Montag, 3. August 2009

5. Bericht

So ich bin’s mal wieder zum ersten Mal im August.
Also einen Internetzugang haben wir jetzt erfunktioniert sogar... leider nur nicht an meinem Rechner. Das USB-Modem ist nämlich nicht Vista kompatibel. Ich habe den Stick an dem XP Rechner von unserer Gastfamilie getestet und wunder wunder da funktioniert er. Er erinnert mich nur sehr an die guten alten ISDN Zeiten, mit max. Download von 20 k/bit. Wir haben wie schon mit unseren Handykarten kein Glück gehabt. Vor 2 tagen habe ich mit Markus telefoniert. Ein anderer Deutscher, der auch nach Indien gereist ist. Er meinte er hat ein USB-Modem bei dem er Downloads von 250 k/bit schafft (was schon noch mal was anderes ist al 20). Außerdem funktioniert seins auch bei Vista und das Beste kommt noch, er zahlt 700 Rupi pro Monat und das USB-Modem gab es umsonst dazu. Wir hingegen haben 3500 Rupi für das USB-Modem gezahlt und monatlich 1099 Rupi... Wir hoffen, dass wir das irgendwie umtauschen können. Ich habe dafür sogar eine Rechnung was für Indien ehr ungewöhnlich ist.

Naja aber jetzt mal weg von den Internet-Problemen. Der erste Monat hier in Delhi ist wie im Flug vergangen. Die Zeit vergeht echt rasend. Von einem Stimmungstief, wie es und angekündigt wurde, ist weit und breit keine Sicht. Dafür haben wir auch viel zu viel zu tun. Wenn nicht jemand von unseren vielen vielen indischen Freunden Zeit hat, unternehmen Maxi und ist etwas alleine. So wie z.B. an diesem Wochenende. Donnerstags wurde uns von unserer Chefin gesagt, dass wir Freitag frei hätten, da ja der letzte Arbeitstag des Monats wäre. Die Logik darin haben wir zwar nicht gefunden aber den Freientag trotzdem gerne angenommen. Donnerstags waren wir nach der Schule am Jantar Mantra ganz in der Nähe vom Connaught Place. Dies ist ein Bauwerk aus dem 18. Jahrhundert zum ablesen der Zeit. Das ganze gleicht einem riesigen Spielplatz für Erwachsene. Da es hier in Indien (was mich bereits am Taj Mahal verwunderte) keine Absperrungen gibt und man auf den historischen Bauwerken herumklettern darf. Dieser Tag war ein durch und durch erfolgreicher Tag für uns. Wir waren an diesem Tag das erste mal alleine unterwegs und haben die Auto-Rikscha genommen um zum Connaught Place zu fahren. Das Erfolgserlebnis dabei war das wir nur 90 Rupi gezahlt haben (das ist der Preis den auch Einheimische zahlen) Danach habe ich mir einen USB-Stick auf einem Markt gekauft. Das war nicht nur ein USB-Stik das war ein 32 GB Stick von Kingston. Von ursprünglich 900 Rupi haben Maxi und ich ihn auf 300 Rupi runtergehandelt. Ich habe also einen USB-Stik mit 32 GB für 5 € gekauft. Das ist sogar für indische Verhältnisse billig. Zunächst dachten wir der hat uns garantiert verarscht und die Zahlen stimmen nicht. Aber es war alles in Ordnung mit dem Stick. Es gab auch bei unseren Freunden hier welche die neidisch auf mein Schnäppchen waren. Auch Maxi hat sich für 300 Rupi eine schöne und hochwertige Tasche gekauft. Also langsam bekommen wir den Dreh raus.

Freitag hingegen war unser „bad luck day“ Zu der Zeit wussten wir auch noch nicht wo das Problem mit unserer Internetverbindung liegt wir haben uns nur über Reliance aufgeregt (der Anbieter). Dann haben wir uns mit Adeel verabredet und kamen schlappe 2 Stunden zu spät. Unsere Intension Delhis Nachtleben zu ergründen klappte auch nicht, da Adeel darauf nicht vorbereitet war bzw. keine Lust hatte und als wir uns zu guter letzt den Lotustempel bei Nacht ansehen wollten hatte der natürlich geschlossen. Dann haben wir noch den Bus verpasst und kamen irgendwann im laufe des Abends etwas frustriert und müde zu Hause an.

Oh am Sonntag ging es mir das erste Mal richtig schlecht. So richtig übel. Maxi und ich kamen von einem Trip zum National Museum nachmittags zurück. Es war wie immer sehr heiß und ich hatte ordentlich durst. In einem Shop, an dem ich auch bisher immer meine Sachen gekauft habe, habe ich mir einem Mangosaft mitgenommen. Den habe ich zu Hause mit Wasser verdünnt und in ein paar min 1,5 Liter getrunken. Davon waren ca. 0,5 Liter von dem besagten Mangosaft, der verschlossen war und von Coca Cola vertrieben wird, keine 10 min später bekam ich Kopfschmerzen. Richtig übel wurde mir aber nicht ich fühlte mich nur unwohl. Ich habe dann gleich Fieber gemessen konnte aber nichts feststellen. Mir wurde immer schlechter ich habe es kaum noch ausgehalten, auch blass muss ich geworden sein. Zu diesem Zeitpunkt war mir meine Unwohl sein nicht erklärbar. Denn ich hatte außer Frühstück (Toast und Marmelade) nichts gegessen. Nur Maxi hatte etwas und das war auch noch „street-food“ und ihm passierte nichts. Nach dem mir leicht übel wurde, ich mich aber nicht übergeben konnte. Führte ich meinen Brechreiz gewaltsam herbei (Finger in den Mund) und siehe da Minuten später war die Welt für mich wieder in Ordnung. Heute geht es mir wieder hervorragend. Also man kann hier auch nicht verschlossenen Getränken von Coca-Cola 100% vertrauen.

Ich glaube ich sollte mal wieder Schluss machen. Ich hoffe es gibt bei keinem von euch schlechte Nachrichten aus Deutschland. Dann bis zum nächsten Mal.

Euer Immanuel aus Indien

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